The Man Who Killed Don Quixote und andere nicht vollendete
Filmprojekte
Im Jahr 2000 wollte sich Gilliam, der seinen Ruf als respektabler
Filmemacher nach den Erfolgen in den 90ern wiederhergestellt
sah, endlich um ein Projekt kümmern, an dem er bereits
etwa zehn Jahre lang gearbeitet hatte: The Man Who Killed Don
Quixote, für dessen Hauptrollen er Johnny Depp und Jean
Rochefort gewinnen konnte.
Doch die Dreharbeiten wurden zur Katastrophe, Jets einer nahen
Nato-Basis stiegen ständig während des Drehs auf (gerüchteweise
taten sie das nur, weil sie gehört hatten, dass Johnny
Depp dort einen Film drehen würde), ein unerwarteter Sturm
machte die Wüstenlandschaft ungeeignet für den Dreh
und als schließlich der Hauptdarsteller Jean Rochefort
wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr reiten konnte, wurden
die Dreharbeiten eingestellt. Der Dokumentarfilm Lost in La
Mancha von Keith Fulton und Louis Pepe zeigt das Scheitern dieser
Dreharbeiten. Das Drehbuch wurde von einer deutschen Versicherungsfirma,
die den Film versichert hatte, eingezogen und befand sich jahrelang
in deren Besitz, was eine Neuaufnahme der Dreharbeiten unmöglich
machte.
Im Juli 2006 jedoch berichtete Gilliam, dass die rechtlichen
Streitigkeit mittlerweile beigelegt wären, so dass The
Man Who Killed Don Quixote doch noch in absehbarer Zeit realisiert
werden könnte. Johnny Depp wäre nach wie vor bereit,
an diesem Film mitzuwirken, während Jean Rochefort aufgrund
seiner gesundheitlichen Probleme, die auch einer der Hauptgründe
für den Abbruch der Dreharbeiten waren, nicht mehr als
Don Quixote auftreten wird. Gerüchten zufolge soll Gilliam
mit Christopher Plummer in Kontakt für die Rolle des Quixote
sein. Allerdings deutet alles darauf hin, dass Quixote erst
Gilliams übernächstes Projekt sein wird.
The Man Who Killed Don Quixote ist nicht das erste gescheiterte
Filmprojekt von Terry Gilliam, jedoch das erste gescheiterte
Projekt, bei dem er tatsächlich schon mit den Dreharbeiten
begonnen hatte.
The Defective Detective
The Defective Detective war ein Film über einen heruntergekommenen
Detektiv, der in der Fantasiewelt eines Kindes endet. Er war
nach König der Fischer und später noch einmal nach
12 Monkeys geplant, Nicolas Cage hatte für die Hauptrolle
zugesagt, aber auch Bruce Willis hatte großes Interesse
an dem Film, doch die Paramount-Studios wollten den Film nicht
finanzieren. Danach kehrte Gilliam Hollywood zunächst den
Rücken, weil er enttäuscht war, dass man nach den
beiden Riesenerfolgen König der Fischer und 12 Monkeys
immer noch nicht genug Vertrauen in ihn hatte.
Good Omens
2001 schrieb Gilliam zusammen mit Tony Grisoni (mit dem er
schon das Drehbuch zu Fear and Loathing in Las Vegas geschrieben
hatte) ein Drehbuch auf Basis des Romans Ein gutes Omen (OT:
Good Omens) von Neil Gaiman und Terry Pratchett, dessen Verfilmung
dann aber zugunsten anderer Projekte vorerst zurückgestellt
wurde, als ein Studio ihm zwar ein Budget von 45 Millionen US$
zur Verfügung stellte, den zusätzlich benötigten
15 Millionen US$ trotz Zusagen von Johnny Depp und Robin Williams
für die Hauptrollen jedoch nicht zustimmen wollten. Zur
Zeit arbeitet Gilliam an einer möglichen Wiederaufnahme
dieses Projekts, hat aber bislang noch nicht ausreichend Investoren
gefunden.
Theseus and The Minotaur [Bearbeiten]Theseus and The Minotaur
war ein Projekt, an dem Gilliam nach der Vollendung von Jabberwocky
arbeitete. Doch er war mit dem von ihm selbst geschriebenen
Drehbuch nicht zufrieden und wandte sich anderen Projekten zu.
Nach 12 Monkeys arbeitete er noch einmal daran, ließ es
aber wieder fallen, so dass es eher unwahrscheinlich ist, dass
dieses Projekt jemals realisiert wird.
A Tale of Two Cities
A Tale of Two Cities, ein Projekt, dem sich Gilliam 1994 widmetete.
Mel Gibson war für die Hauptrolle vorgesehen, doch dieser
wandte sich schon sehr früh wieder von dem Projekt ab,
um Braveheart zu drehen. Liam Neeson sollte dann die Rolle übernehmen,
doch die Filmstudios waren daraufhin nurmehr bereit, weniger
als die Hälfte an Produktionskosten bereitzustellen (obwohl
sich am Film sonst nichts geändert hätte!). Gilliam
hielt den Film mit weniger als der Hälfte des ursprünglichen
Budgets für nicht realisierbar und stieg aus.
A Scanner Darkly
A Scanner Darkly, ebenfalls ein Projekt, an dem Gilliam nach
König der Fischer arbeitete, eine düstere Science-Fiction-Geschichte
vom Autoren von Blade Runner, Philip K. Dick, scheiterte wieder
einmal an den Filmstudios, die dem Projekt kein grünes
Licht gaben. Nach den neuen Anti-Terror-Gesetzen in den USA
schien die Geschichte vielen doch wieder so aktuell, dass der
Film mit mehr als zehn Jahren Verspätung doch noch realisiert
wurde und Sommer 2006 in die Kinos kam, nachdem er bereits auf
dem fantasyfilmfest im selben Jahr gezeigt worden war. Keanu
Reeves spielt die Hauptrolle. Terry Gilliam ist jedoch nicht
mehr Teil des Projekts.
Time Bandits 2
Time Bandits 2, Mitte der 90er arbeitete Gilliam an einen Drehbuch
für ein Sequel zu Time Bandits, 2002 arbeitete ABC an einer
TV-Serien Version des Films. Der heutige Status dieses Projekts
ist unbekannt.
Watchmen
Watchmen, die Verfilmung der gleichnamigen "Anti-Superhelden-Comicserie"
(in Deutsch als Watchmen - Die Wächter erschienen) wurde
Gilliam erstmals 1989 angeboten, wo er zunächst zusagte,
der Film dann aber wegen mangelnhafter Finanzierung verschoben
werden musste. 1996 wurde Gilliam erneut gefragt, ob er noch
Interesse an einer Verfilmung hätte, doch Gilliam war in
der Zwischenzeit zu der Überzeugung gelangt, dass die Geschichte
zu komplex wäre, um in einem einzigen Kinofilm realisiert
zu werden. Er schlug statt dessen eine Miniserie vor, was jedoch
auf wenig Gegenliebe beim Produzenten stieß. 2005 wurde
das Projekt erneut belebt, diesmal ohne Gilliam, scheiterte
aber an Paramount, die den Film nicht finanzieren wollten. Seither
versuchen die Produzenten, andere Studios von dem Film zu überzeugen.
Der Glöckner von Notre Dame
Der Glöckner von Notre Dame, Gilliam arbeitete 1995/96
etwa ein halbes Jahr an einer Neuverfilmung des Stoffs mit Gérard
Depardieu. Als Gilliam jedoch erfuhr, dass Disney an einer Zeichentrick-Version
davon arbeitete, stieg er aus.
Harry Potter
Gilliam war auch der Wunschkandidat von Joanne K. Rowling
als Regisseur für die Verfilmung von Harry Potter, doch
das Filmunternehmen Warner Bros. weigerte sich, mit Gilliam
zusammenzuarbeiten und entschied sich für Chris Columbus.
Gilliam war über die ablehnende Haltung von Warner Bros.
gegenüber seiner Person sehr verärgert: "Ich
wäre der perfekte Mann für Harry Potter gewesen. Ich
verließ das Treffen [mit den Produzenten], stieg in mein
Auto und fuhr für etwa zwei Stunden wütend den Mulholland
Drive entlang. Ich meine, Chris Columbus' Version ist fürchterlich.
Einfach stumpfsinnig."
Nach Vollendung von Brothers Grimm und Tideland sagte Gilliam,
dass er sich nun gerne wieder einer jener unvollendeten Arbeiten
widmen würde. Dabei nannte er explizit drei Titel, von
denen einer der nächsten Film Gilliams werden dürfte:
Good Omens, The Defective Detective und The Man Who Killed Don
Quixote, an dessen Vollendung auch Johnny Depp nach wie vor
sehr interessiert ist. Statt Jean Rochefort ist jetzt allerdings
Gérard Depardieu im Gespräch für die Rolle
des Don Quixote. Aktuell sucht er in ganz Europa nach konkreten
Schauplätzen, an denen der Film gedreht werden könnte.
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